Perfektionismus ablegen: Wie ich gelernt habe, mir Fehler zu verzeihen

„Nicht gut genug“ – das schwirrte früher ständig in meinem Kopf herum. Wir alle kennen das Gefühl, unzufrieden mit sich selbst zu sein. Und als Perfektionist verfolgt Dich diese Empfindung andauernd! Unsere hohen Anforderungen machen uns überkritisch. Gute Leistung bringen wollen, ist ja eigentlich keine schlechte Sache. Aber wenn der Druck großen Stress verursacht, schaden wir uns selbst. Denn Stress macht auf Dauer krank!

Ich weiß genau, wie sich das anfühlt. Zum Glück habe ich mich mittlerweile von dem Zwang befreit, stets perfekt sein zu müssen. Perfektionismus ablegen und gelassener zu werden: Folgende vier Erkenntnisse haben mir dabei geholfen!

Zum Start solltest Du zunächst dieses Quiz machen, um herauszufinden, wie perfektionistisch Du wirklich bist.

Wie selbstbewusst bist Du wirklich?

Möchtest Du herausfinden, wie selbstbewusst Du wirklich bist?

Wie hoch Dein Selbstbewusstsein im Vergleich zu anderen ist, verrät Dir unser kostenloser Test!

1. Fehler bringen mich weiter!

Fehler? Bloß nicht! Als Perfektionist hast Du große Angst davor, etwas zu übersehen. Du willst alle Erwartungen bestmöglich erfüllen. Nein, Du willst sie um ein Vielfaches übertreffen!

Von einem Tag auf den anderen wurde mir klar, dass Fehler aber einfach dazugehören, wenn Du lernen willst und vorwärtskommen möchtest.

Entwickeln wir nach einem Fehler nicht die meiste Motivation? Prägen nicht gerade Fehler unseren Blick, für das was wichtig ist und das, was weniger wichtig ist? Wenn immer alles glatt läuft, wo bleibt da noch der Raum für Fortschritt?

Was perfekt ist, kann nicht besser werden. Perfektion ist das Ende.

Es ist doch gerade dieser eine Moment, auf Grund von einem Fehler zu wachsen, der Dich wirklich weiterbringt. Und darauf sollte man nicht verzichten!

Perfektionismus ablegen – das rät Psychologin Dr. Katharina Tempel:

2. Perfektionismus nimmt mir den Spaß an der Arbeit!

Eine neue Aufgabe steht an. Als Perfektionist denkst Du sofort an das Endergebnis – es muss so und so aussehen, Du erhoffst Dir vielleicht sogar eine bestimmte Reaktion anderer.

Selbstverwirklichung: Wie ich gelernt habe, mein Ding durchzuziehen!

Wie soll man noch Spaß am Arbeiten finden, wenn der Fokus gar nicht mehr im Hier und Jetzt liegt? Es geht nur noch um das Bewältigen und Abhandeln von Tasks. Um das starre Erreichen von irgendwelchen unrealistischen Idealen. Eine solche Arbeitsweise macht definitiv keine Freude.

Mein Hobby wurde zur Tortur

Ich habe das früher selbst gemerkt – zum Beispiel bei meinem Blog. Fotos schießen und Texten hatten mir eigentlich immer Spaß gebracht. Aber durch mein perfektionistisches Denken wurde dieser Prozess zur Tortur. Plötzlich kam soviel Ernsthaftigkeit dazu. Und wieder das Gefühl von: „Nicht gut genug, nicht gut genug, nicht gut genug!“

Irgendwann fiel mir auf, wie ich mir selbst im Weg stehe. Ich habe mich darüber geärgert, wie mir mein Perfektionismus den Spaß an meinem Hobby geraubt hat. Und das ist fatal – denn erst wenn wir etwas wirklich gerne tun, wird es auch richtig gut!

Fazit: Finde wieder mehr Spaß an Deinen Aufgaben und konzentriere Dich nicht bloß aufs Endergebnis.

3. Lieber Fehler machen, als Dinge aufschieben!

„Perfektion ist Lähmung“, sagte eins Winston Churchill, einst Premierminister von England. Recht hat er!

Ich habe während meiner Studienzeit eine besondere Art des Perfektionismus kennengelernt. Eine Kombination aus Perfektionismus und Aufschiebeverhalten.

Heißt konkret: Du hast so hohe Anforderungen an Dich selbst, dass Du Dich gar nicht erst traust, mit der Aufgabe zu beginnen.

So nach dem Motto: „Wie soll ich das bloß JEMALS schaffen!“

 

Das Ganze endet dann in der Aufschieberitis – eine ziemlich tückische Angelegenheit, die wir Dir schon hier mit Lösungsvorschlägen vorgestellt haben.

Der aufschiebende Perfektionismus kommt vor allem bei Aufgaben vor, die Dir völlig neu sind. Du weißt quasi schon, dass Fehler vorprogrammiert sind. Und diese Vorstellung ist so unangenehm, dass Du es lieber gleich sein lässt.

Das wird natürlich gefährlich, wenn es sich um wirklich wichtige Tasks mit Deadlines handelt!

Lieber aktiv, als perfekt

Mittlerweile denke ich mir: Lieber fange ich an und mache Fehler, als alles bis zur letzten Minute aufzuschieben. Das spart mir erstens Stress, zweitens leidet meine Laune nicht mehr unter dem Druck und drittens bin ich zufriedener mit mir selbst, weil ich aktiv werde!

Selbstzweifel: Was kann man dagegen tun?

Und übrigens: Sich vom Perfektionismus zu lösen bedeutet auch, Dinge schneller abzuschließen. Wie oft hängen wir an Etwas fest, weil es noch nicht „perfekt“ ist?

Schluss damit!

Perfektion lähmt. Konzentrieren wir uns lieber auf Fortschritt!

Das Buch „Perfektionismus: Wenn das Soll zum Muss wird“ von Raphael M. Bonelli hat mir dabei geholfen, gelassener zu werden.

4. Perfektionismus ablegen, um glücklicher zu werden

„Perfektionismus ist Selbstfolter“, sagt Lifestyle-Coach Robert Betz. Hört sich dramatisch an, klingt provokativ. Aber ganz ehrlich: Ich kann es nachvollziehen.

Dieser ständige Drang perfekt zu sein ist tatsächlich eine Art von Selbstverletzung. Denn Perfektion ist unrealistisch und nach Etwas zu streben, was Du nie erreichen wirst, kann nur unglücklich machen!

Perfektionistische Gedanken machen negativ!

Hohe Erwartungen gepaart mit enormer Selbstkritik machen Dich praktisch immun gegenüber Komplimenten. Bei jeder Sache denkst Du Dir: „Naja, es hätte noch besser sein können.“ Du lässt Erfolge gar nicht mehr an Dich heran und siehst immer den kleinen Makel, der die Sache nicht ganz rund gemacht hat.

Aber wie glücklich wird man auf Dauer wohl mit so einer Einstellung?

Im schlimmsten Fall endet das im Hochstapler-Syndrom, was wir Dir bereits hier vorgestellt haben. Dann fühlst Du Dich ständig so, als ob Dir kein Erfolg zu steht.

Durch Perfektionismus trainieren wir uns an, überall den Haken zu sehen, der unbedingt noch besser werden muss. Mein Perfektionismus machte mich zu einem negativen Menschen.

Die wichtigste Erkenntnis, die ich gewonnen habe: „Mein Ziel ist es, glücklich zu sein. Nicht perfekt!“

Warum nicht einfach akzeptieren, dass man nicht unfehlbar ist und zu seinen Schwächen stehen? Das ist doch die wahre Stärke!

Zum Schluss empfehle ich Dir das folgende Video von Robert Betz an. Es wird Dich zum Nachdenken anregen und Dir dabei helfen, Perfektionismus ablegen zu können:

Wie selbstbewusst bist Du wirklich?

Möchtest Du herausfinden, wie selbstbewusst Du wirklich bist?

Mit diesem kostenlosen Test erfährst Du, wie hoch Dein Selbstbewusstsein ist. Probier es aus: Test starten und herausfinden, wie selbstbewusst Du wirklich bist!

Perfektionismus ablegen: Wie ich gelernt habe, mir Fehler zu verzeihen
4.9 (98.33%) 12 votes

Eine Idee zu “Perfektionismus ablegen: Wie ich gelernt habe, mir Fehler zu verzeihen

  1. Pingback: Ziele verwirklichen: Dein Werkzeugkasten für sofortigen Erfolg! - lovethislook.de

Kommentar verfassen