Schuldgefühle loswerden

Schuldgefühle loswerden: So schließt du mit der Vergangenheit ab

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Diese eine Frage lässt dich einfach nicht los. „Warum habe ich nicht anders reagiert?” Egal, ob du den Ernährungsplan nicht eingehalten hast oder im Streit zu laut geworden bist: Das Schuldgefühl bleibt. Sie hält dich in der Vergangenheit gefangen und bringt dich dazu, an dir selbst zu zweifeln. Wie können wir Schuldgefühle loswerden und uns selbst verzeihen, um glücklicher zu leben? Durch folgende Tipps kannst du die negativen Gefühle noch heute auslöschen.

Inhaltsverzeichnis

Wieso sind Schuldgefühle so hartnäckig?
Schuldgefühle loswerden: Wozu?
Drastische Konsequenzen: Schuldgefühle verändern dich
1. Verinnerliche diesen Satz
2. Schuldgefühle loswerden: Die Erkenntnis zählt
3. Ja, du darfst Fehler machen
4. Dein Fehltritt bist nicht du
5. Schuldgefühle loswerden: Reue vs. Schuld

Wieso sind Schuldgefühle so hartnäckig?

Schuld – das ist eine Mischung aus Reue und Scham. Vielleicht gibst du dir die Schuld daran, dass deine letzte Beziehung zerbrochen ist. Vielleicht fühlst du dich schuldig, weil du dich eigentlich bei einer Freundin melden wolltest – und es nie getan hast. Oder du bereust böse Worte, die im Konflikt gefallen sind.

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Wie auch immer du mit dem Gefühl der Schuld in Berührung gekommen bist – viele von uns schleppen schon lange jede Menge Schuldgefühle mit sich herum. Manche sogar schon viele Jahre. Vielleicht hast du auch schon oft zu dir gesagt “Schwamm drüber, ich kann nichts mehr dran ändern.” Und trotzdem bleiben die negativen Gefühle bestehen. Warum?

Wieso sind Schuldgefühle nur so hartnäckig? Ganz einfach: Sie bringen dir einen Nutzen. Du hast etwas davon – ohne dass du dir dessen bewusst bist.

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Schuldgefühle loswerden: Wozu?

Erstaunlich: Neurowissenschaftler konnten herausfinden, dass das Gefühl der Schuld in unserem Gehirn das Belohnungszentrum aktiviert. Schuldgefühle fühlen sich „richtig“ an. Das kennst du sicher auch. Wenn du glaubst, dich falsch verhalten zu haben, fühlt es sich „richtig“ an, wenn du dich anschließend schuldbewusst verhältst. Du schämst dich für dein Fehlverhalten. Das befriedigt den Gerechtigkeitssinn.

Schuldgefühle sind wichtig, um sich gesellschaftlich und moralisch korrekt zu verhalten. Sie erfüllen also eine sehr relevante Funktion für unser Zusammenleben. Schuldgefühle entstehen immer dann, wenn eine Erwartung nicht erfüllt wird. Wir hätten uns anders verhalten sollen, als wir es tatsächlich getan haben.

Schuld und Leistung

Laut Erkenntnissen aus dem Harvard Business Review sind schuldbewusste Menschen außerdem leistungsfähiger. Sie feiern viele Erfolge, gelten oft als Überflieger und steigen häufig zur Führungskraft aus. Sie arbeiten absolut gewissenhaft und sind zielstrebig. Was treibt sie an? Die Angst, nicht gut genug zu sein und die Schuldgefühle, dir daraus entstehen könnten. Das bedeutet: Indirekt treiben dich Schuldgefühle zur Höchstleistung an.

Schuldgefühle haben also ihre Daseins-Berechtigung. Aber was passiert, wenn sie Überhand nehmen? Wenn das Gefühl der Schuld zu groß wird und sich dadurch ein großer innerlicher Druck aufbaut? Wenn du dadurch nicht mehr richtig schlafen kannst? Dann haben Schuldgefühle dramatische Konsequenzen für dein Wohlbefinden – und deine Persönlichkeit. Übermäßige Schuldgefühle werden sogar mit Depressionen in Verbindung gebracht. Deshalb ist es so wichtig, dass du lernst, besser mit dem Gefühl der Schuld umzugehen.

Sich mit anderen vergleichen: So machst du daraus eine Stärke

Drastische Konsequenzen: Schuldgefühle verändern dich

Es wird dir viel leichter fallen, Schuldgefühle loslassen zu können, wenn du dir ihre Konsequenzen vor Augen führst. Wer sich schuldbewusst immer wieder „ich bin so undiszipliniert, ich schaffe es einfach nicht“ vorwirft, sabotiert sich selbst. Professor Dan Ariely rät: Rede dir niemals ein, dass du schlecht, unfähig oder unwürdig bist. Durch Experimente fand der Wissenschaftler heraus, dass unsere Erwartungen unser Verhalten prägen. Das bedeutet: Wer sich selbst als undiszipliniert ansieht, wird sich undiszipliniert verhalten.

Schuldgefühle befeuern eine negative Erwartungshaltung von uns selbst. Wenn wir sie nicht loswerden, prägen sie unser Handeln, unsere Entscheidung und damit auch unsere Persönlichkeit. Schuldgefühle halten dich klein. Es ist Zeit, auszubrechen und dich zu befreien! Wirf den Ballast ab, der dich schon viel zu lange runterzieht. Folgende Tipps helfen dir dabei.

Sich mit anderen vergleichen: So machst du daraus eine Stärke

1. Verinnerliche diesen Satz

Schuldgefühle sind hartnäckig. Du kannst sie nur mit dem richtigen Mindset besiegen. Statt dir jedes Mal Vorwürfe zu machen und damit den inneren Kritiker gewinnen zu lassen, sagst du dir ab heute folgendes:

“Ich tat das Beste was ich konnte mit dem Wissen, was ich damals hatte.”

Es bringt nichts etwas zu bereuen, was nicht mehr zu ändern ist. Dieser Satz hilft dir dabei, Distanz zu dem Erlebnis aufzubauen, wofür du dir die Schuld gibst. Damals wusstest du es nicht besser. Du hättest nicht anders handeln können. Je öfter du dich an diesen Gedanken erinnerst, desto schneller kannst du Schuldgefühle hinter dir lassen.

2. Schuldgefühle loswerden: Die Erkenntnis zählt

In der damaligen Situation wusstest du noch nicht, was du heute weißt. Vielleicht warst du sehr eifersüchtig und das hat deinen damaligen Partner in die Flucht getrieben. Vielleicht hast du in der Wut etwas gesagt, was du lieber nicht gesagt hättest. Aber damals konntest du es nicht sehen.

Hättest du damals die Erkenntnisse gehabt, die du jetzt hast, hättest du anders gehandelt. Es ist also nicht fair, dich selbst so kleinzumachen.

Das wichtige daran: Du hast daraus gelernt. Du hast eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Das was du jetzt so sehr bereust, muss sich nun nicht mehr wiederholen. Auf diesen positiven Gedanken solltest du dich konzentrieren!

Schuldgefühle loslassen: Einen weiteren Tipp verrät dir Life Coach Dr. Wlodarek in folgendem Video:

3. Ja, du darfst Fehler machen

Schuldgefühle können nur bestehen, weil wir uns unsere Fehler nicht verzeihen können. Die zwei, drei Kekse waren nicht Teil des Ernährungsplans. Aber würdest du dir denken „Schwamm drüber, das ist okay“ hätten Schuldgefühle keine Chance. Sie bleiben, solange du dir nicht verzeihen kannst.

Je perfektionistischer wir sind, desto öfter haben wir es mit Schuldgefühlen zu tun. Wir wollen niemanden enttäuschen, schon gar nicht uns selbst. Passiert es aber doch (weil wir nun mal unperfekte Menschen sind) ist die Schuld groß.

Also: Ab heute, ab jetzt, gestehst du dir Fehler ein. Ja, du darfst fehlbar sein! Du bist dennoch wertvoll. Du bist dennoch liebenswert. Du bist dennoch gewollt.

Fehler ändern nichts an deinem Wert. Im Gegenteil. Fehler lassen dich wachsen. Wir können im Leben nur weiterkommen, wenn wir manchmal Fehler machen. Und das bedeutet, dass wir uns manchmal falsch verhalten werden. Zwangsläufig. Zu erwarten, dass wir immer perfekt sind, ist nicht nur unrealistisch – es hält dich auch davon ab, zu wachsen.

Kämpfst du manchmal mit perfektionistischem Verhalten? Diese Tipps helfen dir dabei, Fehler eingestehen zu können.

4. Dein Fehltritt bist nicht du

Natürlich bist du verantwortlich für dein Verhalten, keine Frage. Aber das bedeutet trotzdem nicht, dass du dich mit einem Fehltritt identifizieren musst.

Vielleicht bist du im Streit wütend, jähzornig und wenig rücksichtsvoll gewesen. Aber das bedeutet nicht, dass du ein durch und durch rücksichtsloser Mensch bist.

Du bist kein schlechter Mensch, weil eine Handlung schlecht war. Was ist mit all deinen guten Eigenschaften und Erfahrungen? Was ist mit deinen positiven Einflüssen auf andere, zählen die gar nicht mehr, weil ein paar Fehltritte dabei waren? Natürlich tun sie das!

Keiner von uns ist nur gut oder nur schlecht. Wir alle bringen positive und negative Eigenschaften mit. Reduziere dich selbst nie auf eine einzige Aktion, die du bereust – das wird dir nicht gerecht.

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5. Schuldgefühle loswerden: Reue vs. Schuld

Reue bedeutet, du fühlst dich schlecht wegen etwas, was passiert ist. Schuld bedeutet, du fühlst dich schlecht wegen dir selbst. Das ist ein großer Unterschied!

Eine weitere Taktik, um Schuldgefühle loslassen zu können, ist Reue. Natürlich darfst du bereuen, was schiefgelaufen ist. Du darfst dich darüber aufregen. Der Ärger muss raus, bevor er sich anstaut und dich zu einem negativen Menschen macht.

Reue – dabei geht es schließlich vorrangig um die Aktion und die Handlung, die dir nicht gefallen hat. Beziehe diese Handlung aber niemals auf dich als Person – sonst wird daraus Schuld. Und die ist – wie bereits erläutert – tödlich für dein Selbstwertgefühl.

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Nun weißt du, warum Schuld so hartnäckig ist und wie du dieses negative Gefühl auflösen kannst. Schuldgefühle loslassen – noch mehr Informationen findest du im Buch „Schuldgefühle. Woher sie kommen, welche Ängste sie verursachen, wie sie das Leben unterschwellig lenken und wie wir sie ablegen können“ von Helga Kernstock-Redl.

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