Rotstich entfernen

Rotstich entfernen: Tipps für die perfekte Haarfarbe

Du siehst ROT! Und zwar mehr, als dir lieb ist. Einen Rotstich zu entfernen und endgültig aus dem Haar zu bekommen, ist gar nicht so leicht. Er ist wesentlich hartnäckiger als ein Grün- oder Gelbstich und kann nur mit etwas Geduld aufgelöst werden. Mit den richtigen Tricks beschleunigst du die Prozedur und kannst dich schon bald über eine kühlere Haarfarbe freuen – ohne Rot!

Wir klären typische Mythen rund um den lästigen Rotstich und erklären dir jetzt, was wirklich hilft.

Wie kommt ein Rotstich zu Stande?

Ein Rotstich kommt am allerhäufigsten bei braun gefärbten Haaren vor. Du hast das Haar entweder aufgehellt, oder eine Tönung aufgetragen, die dann ins Rot gekippt ist.

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Lass uns einen kleinen Mini-Chemie-Exkurs machen, damit du verstehst, warum ein Rotstich so hartnäckig ist.

Unsere Haarfarbe ist ein Mix aus vielen verschiedenen Farbpigmenten, die tief im Inneren eingeschlossen sind. Beim Aufhellen der Haare verändert sich das Verhältnis dieser Farbpigmente und damit auch deine Haarfarbe. So sorgt die Blondierung – oder auch Bleichmittel genannt – dafür, dass sich die Schuppenschicht öffnet und die Farbpigmente zugänglich werden. Das Bleichmittel (zum Beispiel Wasserstoffperoxid) zerstört einige davon – dadurch wirkt dein Haar heller.

Merke: Bei der Aufhellung werden Farbpigmente entzogen. Beim Abdunkeln der Haarfarbe gibst du sie hinzu.

Das Problem: Beim Aufhellen bleiben am häufigsten die roten Farbpigmente zurück, weil sie von ihrer chemischen Struktur am schwersten zu knacken sind. Sie bewirken den unschönen Rot- oder Orangestich, über den wir uns am Ende so ärgern. Bei einer misslungenen Tönung befanden sich ganz einfach zu viele Rotpigmente in der Farbmischung – und die sitzen jetzt in deinem Haar.

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Joghurt, Arganöl, Silbershampoo & Co.: Was NICHT funktioniert

Bevor wir zu echten Lösungen kommen, wollen wir uns zuerst mit typischen Mythen befassen. Auf manchen Seiten im Netz liest du von scheinbaren Wundermitteln, mit denen es möglich sein soll, den Rotstich zu entfernen – und zwar von heute auf morgen. Fall nicht darauf hinein – das kostet nur Geld und Nerven. Hier kommen vier angebliche Wundermittel, die garantiert nichts bewirken werden:

Joghurt: Joghurt ist eine gute Sache, keine Frage. Viele nutzen Joghurt auch zur Haarpflege, als Kur, um der Mähne einen kleinen Feuchtigkeitskick zu geben. Der enthaltene Fett- und Proteinanteil macht’s möglich. Was das Naturprodukt aber nicht kann: Tiefsitzende Farbpigmente im Haar auflösen und zerstören.

Silbershampoo: Die violett gefärbten Silbershampoos sind für Blondinen eine tolle Möglichkeit, um den lästigen Gelbstich aus den Haaren zu bekommen. Bei Rot helfen sie allerdings nicht. Warum? Das hat etwas mit der Farbtheorie zu tun. Du hast bestimmt schon vom sogenannten Farbkreis gehört. Hier eine kleine optische Erinnerung:

Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, neutralisieren sich. Vermischst du zum Beispiel eine gelbe Farbe mit violetter Farbe, entsteht ein trübes Graubraun. Genau so funktioniert auch das Prinzip der Silbershampoos: Ihre lilafarbenen Pigmente neutralisieren das Gelb. Es ist nach der Anwendung mit dem Shampoo nicht mehr wahrnehmbar.

Und jetzt sieh dir an, welche Farbe gegenüber von Rot liegt: Grün! Du bräuchtest ein grünes Shampoo, um einen Rotstich zu entfernen. Dieses Prinzip kennst du sicher schon aus dem Bereich Make-up – dort gibt es grüne Primer, die gegen Rötungen helfen.

Fazit: Überlass den Blondinen die Silbershampoos.

Pflanzliche Öle wie Arganöl: Wie soll ein nicht-gefärbtes Öl in der Lage sein, fehlerhafte Farbpigmente zu korrigieren? Natürlich gar nicht. Arganöl ist eine wunderbare Sache und wir haben schon oft über diesen tollen Feuchtigkeitsspender berichtet. Aber Pflege hat mit Farbkorrektur nichts zu tun.

Aspirin: Aspirin, aufgelöst in Wasser, wirkt gegen einen Grünschleier, der beim Baden in Chlorwasser auftauchen kann. Rote Pigmente übertünchen oder auflösen – das kann das beliebte Schmerzmittel nicht. Außerdem: In Aspirin steckt Acetylsalicylsäure. Das muss nicht auf dein Haar, wenn es sowieso schon trocken und strapaziert ist.

Nun weißt du, welche angeblichen Wundermittel garantiert nichts bewirken. Entscheide dich stattdessen für eine der folgenden drei Maßnahmen – denn sie bringen tatsächlich etwas!

1. Tipp: Aschige-Tönungen

Denken wir nochmal zurück an den Farbkreis. Die gegenüberliegende Farbe von Rot war Grün. Grüne Shampoos gibt es zwar noch nicht auf dem Markt. Aber dafür sogenannte aschige Tönungen. Der Begriff „Aschig“ bedeutet in der Friseursprache nichts anderes als Grün.

Um einen leichten Rotstich entfernen zu können, solltest du also zu einer Tönung oder Coloration greifen, die ganz klar mit dem Wort „Aschig“ oder „Kühl“ deklariert ist, wie zum Beispiel diese Tönung von Syoss. Du willst deine Haarfarbe behalten, nur den Rotstich entfernen? Wähle einen Ton in deiner natürlichen Haarfarbe. Im Zweifel immer eine Farbe heller wählen, diese Art von Haarfarben fällt tendenziell immer etwas dunkler aus, als es auf der Packung angegeben ist.

In folgendem Video gibt’s mehr Informationen zu dieser Taktik:

Tipp: Wer sehr kaputte Haare hat, sollte die Finger von Tönungen und Colorationen jeglicher Art lassen. Für dich kommt eine getönte Farbauffrischung in Frage, zum Beispiel von Goldwell. https://www.amazon.de/Goldwell-Colorance-Soft-Color-dunkel-aschblond/dp/B00HYYK05K Sie enthält Pigmente, die sich bloß um das Haar legen und die Struktur nicht angreifen.

2. Tipp: Mische dein eigenes Anti-Rot Produkt

Wie bereits erwähnt, gibt es noch keine Anti-Rot Shampoos auf dem Markt. Aber du kannst dir ganz einfach selbst eins mischen! Greife dafür zu dieser grünen auswaschbaren Farbtönung namens „Apple Green“ von Directions
und gebe eine Messerspitze davon zum Shampoo, bis es leicht grün gefärbt ist. Wasche dir damit wie gewohnt die Haare.

Du siehst keinen Unterschied? Gebe beim nächsten Mal etwas mehr von der grünen Tönung hinein.

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3. Tipp: Rotstich entfernen durch eine Blondierung beim Friseur

Die vorherigen Maßnahmen sind Methoden, um den Rotstich zu überdecken. Denn du hast nur zwei Möglichkeiten: Übertünchen oder in der Tiefe auflösen. Beides sieht optisch gleich aus – nur musst du natürlich viel mehr Aufwand betreiben, um die Farbe konstant perfekt zu halten. Auf der anderen Seite ist es für die Haare extrem strapazierend, wenn du den Rotstich ganz eliminieren willst – denn das geht nur durch eine Blondierung.

Nur ein Bleichmittel (in hoher Konzentration) kann die roten Farbpigmente tatsächlich zerstören. Bitte lass das aber nur vom Profi machen! Wenn es um ein Aufhellen mit einem Bleichmittel geht, ist Schluss mit dem Selbstexperimentieren. Denn dabei kann einfach zu viel schiefgehen.

Du hast trockenes, brüchiges Haar? Dann ist diese Methode nicht für dich geeignet, da sie die Haare zu sehr beansprucht.

Wenn du heller werden willst

Ein typisches Beispiel: Wer von Brünett auf ein helles Blond kommen will, wird mehrere Sitzungen brauchen. Nach der ersten Blondierung wirst du einen starken Rot- oder Orangestich sehen. Mit jeder weiteren Blondierung verschwindet dieser, weil die Rotpigmente durch das Bleichmittel nach und nach aufgelöst werden.

Es kann dir sogar passieren, dass zu viele Rotpigmente zerstört werden – dann kippt die Farbe ins Grünliche. Durch den Farbkreis wüsstest du aber natürlich, was dann der nächste Schritt wäre – rötliche Tönung drüber, um eine neutrale Haarfarbe zu kreieren!

Wenn du nicht heller werden willst

Der Friseur wird dein Haar vorblondieren, um das Rot zu entfernen und anschließend wieder in eine ähnliche Farbe zurückfärben, die deiner natürlichen Haarfarbe entspricht.

Sollten deine Haare durch die Farbkorrektur etwas angegriffen worden sein, solltest du ihnen eine Extraportion Pflege gönnen. Am besten durch reines Kokosöl – das spendet durch das besondere Fettsäuremuster besonders viel Feuchtigkeit und schenkt deiner Mähne neuen Glanz. Hier haben wir dir die besten Anwendungsmöglichkeiten vorgestellt.

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